Chronologie des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes

1972

August - Im Bundestag wird das Gesetz zur Regelung der gewerbsmäßigen Arbeitnehmerüberlassung (AÜG) verabschiedet.

1985

Mai - Inkrafttreten des Beschäftigungsförderungsgesetzes. Die zulässige Einsatzdauer bei einem Zeitarbeitkunden verlängert sich von drei auf sechs Monate.

1989

November - Verabschiedung des Beschäftigungsförderungsgesetzes ‘90. Die Einsatzdauer von Zeitarbeitnehmern im Kundenbetrieb von sechs Monaten wird bis Dezember 1995 verlängert.

1994

Januar - Die höchstzulässige Überlassungsdauer für Zeitarbeitnehmer je Einsatz wird auf neun statt bisher sechs Monate verlängert.

August - Das sog. Vermittlungsmonopol der Bundesanstalt für Arbeit fällt; private gewerbsmäßige Arbeitsvermittlung wird zugelassen.

1997

1. April - Die AÜG-Reform tritt in Kraft.

Zentraler Punkt der AÜG-Reform ist die Lockerung beschäftigungshemmender Bestimmungen bei § 3 Abs. 1 AÜG:

  • Verlängerung der höchstzulässigen Überlassungsdauer eines Zeitarbeitsnehmers an einen Betrieb auf 12 Monate.
  • Einmalige Zulassung der zeitlichen Deckungsgleichheit von Ersteinsatz und Arbeitsvertrag (Synchronisation).
  • Einmalige Zulassung eines befristeten Arbeitsvertrages ohne Vorliegen eines sachlichen Grundes
  • Einmalige Zulassung der Wiedereinstellung eines ehemaligen Zeitarbeitsunternehmens ohne Wartefrist

2004

 

Januar - Das dritte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt (Hartz III) tritt in Kraft und in Folge dessen verschiedene Änderungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG). Wesentliche Neuerungen im Überblick:

  • Vermittlungsprovision nach Arbeitnehmerüberlassung wieder zugelassen.
  • Eingeschränkte Auskunftsansprüche von Zeitarbeitunternehmen und Arbeitsuchenden an den Entleiher.
  • Die Bundesanstalt für Arbeit heißt nun Bundesagentur für Arbeit.


Zugleich treten die Änderungen des Arbeitnehmerüberlassungs-
gesetzes (AÜG) des ersten Gesetzes für moderne Dienstleistungen in Kraft. Im Wesentlichen sind dies:

  • Equal Treatment ab dem ersten Tag, es sei denn ein Tarifvertrag regelt Abweichendes.
  • Arbeitsvertrag und BA-Merkblatt sind nur noch auf Verlangen des Mitarbeiters in dessen Muttersprache auszuhändigen.
  • Wegfall von Synchronisations- und Befristungsverbot.

 

 

2011

 

Im Jahr 2011 gründet sich aus verschiedenen Verbänden der Zeitarbeit ein Dachverband der "Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister", kurz BAP.

 

2012

 

Nach zahlreichen Änderungen des AÜG tritt am 1. Januar 2012 der Mindestlohn in der Zeitarbeit in Kraft.
Seit dem 01.11.2012 beträgt dieser im Westen 8,19 Euro und im Osten 7,50 Euro in der niedrigsten Entgeltgruppe E1.

 

Zeitgleich werden erstmals Branchenzuschläge in der Metall-, Elektro- und Chemieindustrie an Zeitarbeitnehmer gezahlt. Die Zuschläge betragen je nach Überlassungsdauer zwischen 15 und 50 Prozent.

 

2013

 

Seit 2013 sind für weitere Branchen wie Eisenbahn, Holz und Kunststoff, Druck, Textil und Bekleidung sowohl mit der IG Metall wie auch mit ver.di entsprechende Branchenzuschläge vereinbart.

Anzahl der Zeitarbeitnehmer in D


Anteil der Zeitarbeitnehmer an Gesamtbeschäftigten


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